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Kurz erklärt: Atemschutz

Unser erster Artikel in unserer Artikelserie behandelt den Bereich Atemschutz.

In Einsätzen oder Übungen, sieht man öfters die Feuerwehrmänner mit "Gasmaske und Stahlflaschen auf dem Rücken". Doch ganz so einfach ist es nicht.

Den sogenannten Atemschutz unterscheidet man in zwei wesentlichen Punkten: Umluftabhängig und Umluftunabghängig. Worin besteht der Unterschied? Bei Umluftabhänig muss in der umgebenden Luft ein Sauerstoffanteil >17 vol% vorhanden sein. Als Ausrüstung genügen dann die Atemschutzmaske und ein Filter. Bei der Feuerwehr sind Kombinationsfilter (vor allem A2B2E2K2-P3) gebräuchlich. Dies resultiert aus der Tatsache, dass man oftmals nicht genau ermitteln kann, welche Schadstoffe sich bei einem Brand in der Luft befinden. 

Enthält die Umgebungsluft zu wenig Sauerstoff, weniger als 17 vol.-%, oder sind giftige Gase vorhanden, die durch Gas- oder Kombinationsfilter nicht absorbiert werden können und ist die Art und/oder die Konzentration der Atemgifte unbekannt, muss umluftunabhängiger Atemschutz verwendet werden.

Da während des Einsatzes kurzfristig nur schwer feststellbar ist, ob wirklich genug Sauerstoff in der Umgebungsluft vorhanden ist, wird hauptsächlich der umluftunabhängige Atemschutz eingesetzt. Aufgrund der begrenzten Luftmenge ist jedoch die Einsatzzeit meist auf 15 - 30 Minuten begrenzt. Wobei die Einsatzdauer abhängig vom Alter des Geräteträgers, von der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Art der Belastung im Einsatz ist.

Doch wie wird der normale Feuerwehrmann zum ausgebildeten Atemschutzgeräteträger? Zunächst muss der Feuerwehrmann körperlich in der Lage sein, die Belastungen stand zu halten. Dies wird in einer arbeitsmedizinischen Untersuchung nach der Richtlinie G26.3 (Belastungs-EKG, Hör- und Sehtest usw.) überprüft. Diese Untersuchung wird alle 3 Jahre durchgeführt. Alle 6 Jahre ist zusätzlich ein Röntgenbild der Lunge gefordert.

Wenn der Arzt keinerlei Bedenken hat, folgt der nächste Schritt. Ein 14-tägiger Lehrgang in Trostberg muss besucht werden. Dort werden alle theoretischen und praktischen Fertigkeiten gelehrt. Am Ende des Lehrgangs ist eine Belastungsübung durchzuführen. Zunächst muss der Geräteträger auf einem Laufband 150 Meter in schnellen Schritt bewältigen. Danach geht es in die Übungsstrecke, diese Strecke kann nur kriechend durchquert werden. Dazwischen sind viele Hindernisse eingebaut, welche dem Feuerwehrmann vieles abverlangt. In manchen Engstellen muss das Gerät abgenommen werden um diese zu passieren. Hat man nach knapp 20 Minuten die Strecke geschafft, folgt der letzte Teil. Auf einer Endlosleiter müssen 20 Meter abgelaufen werden. Diese Belastungsübung hat der Geräteträger dann jährlich erfolgreich zu leisten. Doch damit ist die Ausbildung noch nicht beendet. Es folgt ein Durchgang in der Brandsimulationsanlage in Traunreut, dort wird ein realistischer Brandeinsatz simuliert. Dort kann der Feuerwehrmann die gelernten Fähigkeiten praktisch anwenden.

Nachdem der Lehrgang erfolgreich abgelegt wurde, ist der Feuerwehrmann befähigt in realen Brandeinsätzen Atemschutz zu tragen. Doch weitere Übungen bei der Feuerwehr bleiben Pflicht um das Gelernte jeder Zeit schnell und sicher anzuwenden.